Ein Magnetventil ist ein Ventil, das **elektrische Signale zur Steuerung des Durchflusses von Flüssigkeiten (Gas, Wasser, Öl)** verwendet. Es besteht hauptsächlich aus zwei Baugruppen: einer **elektromagnetischen Spule**, einem Eisenkern (Anker) und einem Ventilkörper mit Schieber. Wenn Strom angelegt wird, treibt die magnetische Kraft den Schieber an, um sich zu verschieben und Flüssigkeitswege zu ändern. Wenn der Strom abgeschaltet wird, verschwindet die magnetische Kraft, und eine Rückstellfeder setzt den Schieber zurück, um den Betriebszustand zu wechseln.
1. Grundlegende Betriebslogik
1. Unter Strom: Die Spule erhält Strom → erzeugt elektromagnetische Anziehung → zieht den Eisenkern/Schieber an, um ihn zu verschieben → öffnet oder schließt den Flüssigkeitsweg.
2. Ohne Strom: Die Spule verliert Strom und die magnetische Kraft verschwindet → die Rückstellfeder drückt den Schieber in seine ursprüngliche Position zurück → stellt den anfänglichen Ein/Aus-Zustand wieder her.
2. Direkt wirkendes Magnetventil (kleiner Anschlussdurchmesser, niedriger Druck)
Unter Strom: Die Spule hebt den Schieber direkt an, und das Ventil öffnet.
Ohne Strom: Die Feder drückt den Schieber zurück, und das Ventil schließt.
Merkmale: Funktioniert **ohne Flüssigkeitsdruck**. Relativ hohe Leistung, im Allgemeinen kleiner Anschlussdurchmesser.
Anwendung: Rohrleitungen mit kleinem Durchmesser, Wasser und Gas bei niedrigem Druck.
3. Indirekt wirkendes Magnetventil (großer Anschlussdurchmesser, am weitesten verbreitet)
1. Wenn die Spule mit Strom versorgt wird, öffnet sich zuerst die kleine **Pilotentlüftungsöffnung**.
2. Es bildet sich eine Druckdifferenz über der Hauptmembran. Der Flüssigkeitsdruck drückt den Hauptschieber nach oben, um den Hauptflussweg zu öffnen.
3. Wenn der Strom abgeschaltet wird, schließt sich die Pilotöffnung, der Druck gleicht sich wieder aus, und das Hauptventil schließt durch Feder- und Flüssigkeitsdruck.
Merkmale: Geringe Spulenleistung, für große Anschlussdurchmesser verfügbar. **Benötigt einen minimalen Flüssigkeitsdruck zum Umschalten; kann nicht bei Null Druck arbeiten.
4. Gängige Typen
① 2-Wege 2-Positionen (häufigstes Ein/Aus-Ventil)
Zwei Anschlüsse, zwei Betriebszustände:
Normalerweise geschlossen (NC): Geschlossen, wenn stromlos, öffnet bei Stromzufuhr; schließt automatisch nach Stromausfall. Weit verbreitet bei Wasserversorgung und Gasabsperrung.
Normalerweise offen (NO): Offen, wenn stromlos, schließt bei Stromzufuhr; öffnet automatisch nach Stromausfall.
② 3-Wege 2-Positionen
Drei Anschlüsse, häufig für die Steuerung von Pneumatikzylindern verwendet: ein Einlass, ein Auslass, ein Entlüftungsanschluss. Schaltet zwischen Ausgang und Entlüftung um, wenn mit Strom versorgt.
③ 5-Wege 2-Positionen
Am beliebtesten für Pneumatik, treibt doppeltwirkende Zylinder für Hin- und Herbewegung an. Fünf Anschlüsse; schaltet die Richtung, wenn mit Strom versorgt, und kehrt in die Ausgangsposition zurück, wenn der Strom abgeschaltet wird.
5. Wichtige Hinweise
1. Gängige Spulenspannungen: DC24V, AC220V usw. Falsche Versorgungsspannung verbrennt die Spule.
2. Indirekt wirkende Ventile benötigen eine minimale Betriebsdruckdifferenz. Sie öffnen bei Null Druck nicht.
3. Das flüssige Medium muss sauber sein. Verunreinigungen können den Schieber verklemmen und zum Versagen beim Öffnen oder dichten Schließen führen.
4. Es führt nur eine Ein/Aus-Steuerung durch; kann den Durchfluss nicht einstellen.

